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Alltag

Kastanienallee

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900.000 Euro mehr für die Kastanienallee

16.04.2012 | Juliane Wiedemeier | 1 Kommentar

In der Kastanienallee verzögert sich vor lauter Rücksichtnahme der Umbau um mindestens ein halbes Jahr. Zudem wird es teurer: Bis zu 900.000 Euro mehr als geplant werden fällig.

Eine Straße umzubauen und dabei Rücksicht auf die Anwohner und Gewerbetreibenden zu nehmen, das kostet nicht nur Zeit, sondern auch viel Geld. Das musste der Bezirk Pankow nun ausgerechnet am Beispiel der Kastanienallee lernen. Ende 2012 sollten die Bauarbeiten ursprünglich abgeschlossen werden. Nun werde es mindestens ein halbes Jahr länger dauern, sagt Pankows Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne). "Zudem drohen bis zu 900.000 Euro an Mehrkosten."

Nachdem der Umbau der sogenannten Flaniermeile monatelang für Diskussionen gesorgt hatte, sollten die Baumaßnahmen vor allem für die Café- und Kneipenbesitzer mit möglichst wenigen Einschränkungen einhergehen. Daher entschloss man sich, zunächst von der Straße aus die Bürgersteigkanten zu sanieren, um sich später Hausweise den oberen Bürgersteigabschnitt bis vor die Haustüren vorzunehmen. So sollten die Gastronomen möglichst lange ihre Tische auch auf dem Gehweg aufbauen können. Doch dieses Vorgehen habe die Bauarbeiten unnötig verzögert, meint Kirchner. „Das hat keinen glücklich gemacht: Weder die Bauarbeiter noch die Fußgänger noch die Gastronomen."

 

Schranke und Wärter werden überflüssig

 

Nachdem der erste Bauabschnitt auf der östlichen Seite der Kastanienallee zwischen Schönhauser Allee und Oderberger Straße auf die komplizierte Art fertig gestellt wurde, soll es auf der westlichen Seite nun klassisch weitergehen: In einem Zug wird der komplette Gehweg vom Haus bis zum Bürgersteig umgebaut. Dabei arbeiten die Bauarbeiter sich Stück für Stück die Straße entlang vor. Die Beeinträchtigung für die Anwohner und Gewerbetreibenden der gerade betroffenen Gebäude ist dabei größer als bei der schonenden Variante. Dafür ist alles aber auch schneller wieder vorbei.

Darüber hinaus fallen laut Kirchner mit der Rückkehr zur normalen Baupraxis auch die starken Verkehrseinschränkungen der vergangenen Monate weg. Um den Gehweg freizuhalten, waren die Baumaßnahmen von der Straße aus durchgeführt worden, weshalb Autos und Radfahrer dort nicht mehr entlang fahren durften. Weil sich gerade letztere an das Verbot jedoch nicht hielten, wurden sogar Schranken nebst Wärtern aufgestellt. In Zukunft solle das alles nicht mehr nötig sein und der Verkehr trotz Bauarbeiten rollen können, sagt der Stadtrat.

 

 

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Kommentare

1 | Frank Naber | 10. Mai. 2012 11:25

dieses ganze projekt ist eine einzige schande. schon jetzt kann man ja klar sehen, wie umfassend der eingriff ist, wie wenig vom flair übrig bleibt, wie provinziell das ergebnis ist.
es ist schon sehr traurig, dass wir uns in p berg verantwortliche (zb. kirchner) leisten, die keinerlei verständnis für (sub) -kultur und gewachsene (groß) -städtische identität haben.
ich für meinen teil kann mich aber nicht mehr aufregen, zu lange dauert dieses elend schon an, zu viel ist zerstört. das neue prenzlauer berg ist nett und hübsch. und sonst nichts. wie böblingen eben.

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